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23/09/2016

Roland Kluttig führt sein Orchester durch eine vielseitige Saison 2016/2017

Roland Kluttig, „einer der fähigsten Dirigenten, die unsere Republik zu bieten hat“ (FAZ), geht in seine siebte Saison in Coburg. Am Landestheater verfolgt er konsequent den eingeschlagenen Weg: Neben fulminanten Interpretationen etablierter Werke konfrontiert der GMD sein Publikum immer auch mit gewagten Experimenten.

 

Neben dieser Konstanz und dem Willen den Coburger Klangkörper konsequent zu formen, war er bereits „mit weithin beachteten Gastspielen in Nizza, Frankfurt, Mannheim (Böse Geister von Adriana Hölszky) oder zuletzt in der grandiosen Stuttgarter Salome präsent“, wie das Fachblatt Opernwelt weiß. In der Stuttgarter Oper hebt er denn auch am 12. April 2017 den Dirigierstab zu einer Wiederaufnahme von Mozarts Così fan tutte mit dem dortigen Staatsorchester und -chor unter der Regie von Yannis Houvardas. Zuvor noch nimmt er Beethovens gewaltige Missa Solemnis in Prag in Angriff: Am 7. November 2016 leitet er die Prager Philharmoniker und den Philharmonischen Chor im Tschechischen Museum der Musik.

 

Seine Vielseitigkeit im Opern- wie im Konzertbereich stellt Roland Kluttig auch an der heimischen Spielstätte unter Beweis, er „arbeitet Details heraus, die sonst eher unbewusst den Hörer erreichen“, so die FAZ jüngst über den Coburger Fidelio, der am 18. September 2016 Premiere feierte. Kluttig dirigierte ihn so, „dass Beethovens Meisterschaft neu aufscheint.“ Von den Bedingungen in der oberfränkischen Idylle sagt Kluttig selbstbewusst: „Wir Coburger wissen, dass wir mit dem Schlossplatz und dem Landestheater einen der schönsten Plätze und eines der schönsten Theater Europas besitzen.“ Und beide wollen entsprechend bespielt werden: So feiert am 9. April 2017 Parsifal Premiere. Gespielt wird die Abbass-Fassung mit reduzierter Bläserbesetzung – die 1920 just am Coburger Theater erstmals aufgeführt wurde. Mit Wagner hat man in Coburg gute Erfahrungen gemacht. Hochwirkungsvoll auch die szenische Collage, die am 15. Oktober eine Wiederaufnahme erlebt: „Der Welt abhandengekommen …“ vereinigt Werke von Claude Vivier und Gustav Mahler zu einem fesselnd-meditativen Abend. Auch solche schlüssigen Brückenschläge haben unter Roland Kluttig Tradition. Um derartige Projekte umfangreich zu vermitteln, moderiert der GMD übrigens selbst eigens angesetzte Einführungsveranstaltungen.

 

Außerdem steht mit der Oper Das schlaue Füchslein eine der originellsten Schöpfungen Leos Janáceks auf dem Spielplan, die dieser sogar als sein bestes Werk bezeichnete. Die Premiere am 4. Februar 2017 stellt ein Highlight der Coburger Spielzeit dar. Darüber hinaus aber widmet sich Roland Kluttig intensiv den Sinfoniekonzerten, deren Anzahl für die kommende Saison sogar von sechs auf sieben erhöht wurde. Weil er selbstkritisch weiß: „Wenn ich frei wäre, würde ich bestimmt wieder ins Spezialistentum abdriften“, verordnet sich der Dirigent eine vielseitige Programmatik und lädt spannende Solistinnen und Solisten ein. Am 24. September 2016 eröffnet „Brahms pur“ den Reigen mit der dritten und vierten Sinfonie des Hamburger Komponisten. Am 16. Januar 2017 bringt er neben Tschaikowskis sechster Sinfonie auch dessen Fantasie nach Shakespeare, Der Sturm, zu Gehör, mit der jungen koreanischen Geigerin Hyeyoon Park. Am 6. März 2017 musiziert er dagegen mit dem hochbegabten Pianisten Frank Dupree das G-Dur Klavierkonzert von Maurice Ravel, weiterhin stehen das traditionelle Neujahrskonzert (6. Januar 2017) und Open Air-Konzert (1. Juli 2017) an.

 

Weil zudem 2017 auch ganz im Zeichen Martin Luthers steht, eröffnet im Mai die Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ – und Roland Kluttig steuert mit seinem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Mendelssohns Reformations-Sinfonie bei. Den Evergreen mit dem Choral im Schlusssatz kombiniert er allerdings mit Werken von Karl Amadeus Hartmann und Frank Martin, schließlich hat auch die Reformation den Weg ins 21. Jahrhundert gefunden. Am 8. Mai 2017 wird sich also abermals bewahrheiten, was die Opernwelt bereits prognostizierte: dass Roland Kluttig seinen Klangkörper „Saison für Saison zu erstaunlichen Ergebnissen“ führt.

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